Linzer Derbykrimi vor Rekordkulisse

LINZ. In der abschließenden Runde der 1. Faustball Bundesliga war Aufsteiger DSG UKJ Froschberg beim Stadtrivalen FBC ABAU Urfahr zu Gast. Die 500 Zuseher bekamen einen wahren Faustballkrimi zu sehen, bei dem Froschberg dem großen Favoriten aus Urfahr alles abverlangte, sich am Ende aber knapp mit 3:4 geschlagen geben musste.


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Zum ersten Mal seit 22 Jahren standen sich die Teams von DSG UKJ Froschberg und FBC ABAU Urfahr  in der höchsten Klasse der Feldmeisterschaft gegenüber. Im Rahmen der Show Night für den ebenfalls an diesem Wochenende in Linz-Urfahr stattfindenden Jugendeuropapokal wurde das Linzer Derby bei Flutlicht als Highlight-Spiel ausgetragen.
Froschberg-Trainer Bernhard Himmelbauer überraschte zu Beginn mit dem Starting-5 Debüt des 16-jährigen Thomas Reingruber. Gleich im ersten Satz zeigte Aufsteiger Froschberg, dass bei der Show Night keine Gastgeschenke verteilt werden. In einem spannenden Satz erhöhte Urfahr beim Stand von 8:8 den Druck und ging mit 1:0 in Führung.

Wenig beeindruckt vom Satzrückstand spielte Froschberg in Angriff mit Nationalspieler Martin Pühringer weiter auf hohem Niveau und sicherte sich in der Verlängerung den Satzausgleich. Alle theoretischen Chancen noch aus den Top-6 der Tabelle zu rutschen waren damit beseitigt. Doch der Aufsteiger wollte mehr. Aus einer sicheren Abwehr heraus spielte Froschberg selbstsicher und ging mit 3:1 in Sätzen in Führung, da halfen auch alle Umstellungen in der Urfahr Defensive nichts. „Ich hab Urfahr noch nie so oft wechseln gesehen. Uns ist einfach alles aufgegangen in dieser Phase“, so Trainer Bernhard Himmelbauer.

Urfahr wirkte ratlos und sah sich im 5. Satz bereits mit einer 9:6 Führung der Froschberger konfrontiert. Die Klasse des mehrmaligen Europacup-Siegers war in dieser spielentscheidenden Phase zu sehen . Mit dem Rücken zur Wand glänzte Urfahr Angreifer Romeo Dominioni mehrmals an der Leine und verkürzte mit fünf Punkten in Folge auf 2:3 in Sätzen. Froschberg wirkte ob des Satzverlusts geschockt und kassierte mit 2:11 eine Klatsche.

Trainer Himmelbauer setzte für den Entscheidungssatz dann auf den 17-jährigen Angreifer Jakob Schicho, der so zu seinem Debüt in der 1. Bundesliga kam. Urfahr konnte sich auch hier schnell mit 7:4 absetzen. Froschberg konnte zwar noch einmal ausgleichen und einen Matchball mit Serviceass abwehren, doch nach knappen zwei Stunden Spielzeit beendete Patrick Piermann das 7-Satz-Match mit einem wuchtigen Winkelschlag.

Eine Serie geht damit weiter, in der 65-jährigen Vereinsgeschichte konnte Froschberg noch nie einen Sieg in der höchsten Spielklasse gegen Urfahr feiern. „Auch wenn es knapp nicht gereicht hat, ist es für uns ein großer Erfolg die Legionärstruppe aus Urfahr so zu fordern“, freut sich Froschberg-Kapitän Valentin Weber über die Leistung und merkt an: „Die erste Saison in der 1. Feld-Bundesliga seit über 20 Jahren hat gezeigt, dass man auch mit einem Team aus Spielern aus dem eigenen Nachwuchs Erfolge erzielen kann.“
In der Tabelle beenden die Linzer die Herbstsaison auf Rang 6 und qualifizieren sich damit fürs Meister Play-Off der besten sechs Mannschaften. Ab April 2018 wird dann im Frühjahrsdurchgang der Österreichische Staatsmeister gekürt.

Ergebnis 7. Runde – 1. Herren Bundesliga Feld - Samstag 07. Oktober
DSG UKJ Froschberg - FBC ABAU Linz Urfahr 3:4 (08:11, 13:11, 11:08, 11:05, 09:11, 02:11, 08:11)

Foto: Wolfgang Benedik